24.10.2026: SK Austria Klagenfurt – ATUS Velden 3:0

Klagenfurt: Kuttin – Weiss, Verbič, Oberguggenberger (76. Tatschl), Ranacher, Dollinger –Pfeiffer, Pschernig, Owusu (85. Tributsch) – Kalajdzic (69. Rötzer), Schoppitsch (69. Mateo Lekaj) – Trainer Carsten Jancker

Velden: Koch – Ristoskov, Brandner –Schaller, Mahic, Jochum (81. Schretter), Alegöz, Mulahalilovic – Zurga, Kiko (81. Kopeinig), Lorinson (65. Jantscher) – Trainer Marcel Günther Kuster

Tore: 1:0 Pschernig (38.), 2:0 Pschernig (70.), 3:0 Owusu (82.)

Bericht: SK Austria Klagenfurt – ein Name, der viel Tradition mit sich bringt, aber nicht weniger Chaos als jeder italienische Profiklub – Insolvenzen, Neugründungen, Umbenennungen, Bildung von Spielgemeinschaften lassen grüßen. Letzte Anekdote ist der Zwangsabstieg am Ende der Saison 2025/26 in die Regionalliga wegen eines Insolvenzverfahrens.

Heute hat man in dieser also statt Rapid Wien, Feyenoord Rotterdam oder PAOK Saloniki den Arbeiter-Turn- und Sportverein Velden vom anderen Ende des Wörthersees zu Gast und das in einem Stadion, das für die EURO 2008 gebaut wurde und für aktuelle Verhältnisse komplett überdimensioniert daherkommt. Die aktuelle Austria wurde 2007 gegründet und stieg 2010 durch Bildung einer Spielgemeinschaft mit dem SC St. Stefan/Lavanttal in den Spielbetrieb ein, nachdem die ursprüngliche Austria 2009 den Spielbetrieb einstellen musste. Da hieß der Klub aber auch schon länger nicht mehr Austria, sondern FC Kärnten – ein kläglicher Versuch, im Zusammenspiel mit dem Villacher SV eine regionale Fußballmacht in Kärnten zu etablieren. Noch kurioser wurde es, als der FC Pasching einfach nach Klagenfurt umzog und sich in Austria Kärnten umbenannte – Streit war allein schon wegen Spielstättenvergabe und Sponsorengewinnung vorprogrammiert und wurde auch offen ausgetragen, Austria Kärnten musste dem FC Kärnten schließlich 1,1 Millionen Euro zahlen. Half alles nichts, im Januar 2009 stellte der FC Kärnten den Spielbetrieb ein. Ein Jahr später tat dies auch der SK Austria Kärnten und Klagenfurts Fußball war endgültig tot. Wie oben erwähnt, nahm im Anschluss daran der 2007 gegründete SK Austria Klagenfurt den Spielbetrieb unter traditionellem Namen auf und gilt als inoffizieller Nachfolger der wahren Austria.

Die hat es innerhalb von 10 Jahren tatsächlich bis in die Bundesliga geschafft und spielte dort von 2021 bis 2025, seitdem geht es aber wieder bergab. Der Abstieg brachte den Verein in finanzielle Schieflage, Strafen während der Lizenzierung und Spielerflucht reihten sich ein. 2026 folgt die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, Klagenfurt stand als erster Absteiger der 2. Liga fest.

Austrias Fanszene boykottierte seit Februar 2026 die Spiele der Profis und folgte dem Stammverein, also den Amateuren, durch Kärnten. In der Sommerpause gab es Gespräche mit dem Verein und es wurden einige Zusicherungen gemacht, wodurch sich die aktive Szene entschloss, wieder der ersten Mannschaft zu folgen. Diese positioniert sich im Wörthersee-Stadion auf der Nordtribüne. An der Seitenlinie wiederum positioniert sich seit heute Carsten Jancker – ein Hauch von Ostsee am Wörthersee.

Der sah gegen den Tabellenführer vom anderen Ende des Wörthersees einen relativ ungefährdeten Sieg und hat das Ruder erstmal rumgerissen.

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