11.02.2013: Hertha BSC – 1. FC Union Berlin 2:2

Datum: 11. Februar 2013

Wettbewerb: 2. Bundesliga, 21. Spieltag

Ort: Olympiastadion

Zuschauer: 74.244 (ausverkauft)

Hertha BSCHertha: Kraft – Pekarik, Lustenberger, Brooks, Bastians (46. Kobiashvili) – Niemeyer, Kluge (63. S. Wagner) – Ndjeng, Ronny, Allagui (59. Ben-Hatira) – Ramos – Trainer Jos Luhukay

1. FC Union BerlinFCU: Haas – Kopplin, Puncec, Schönheim, Kohlmann – Menz – Zoundi, Mattuschka (78. Göhlert), Jopek (76. Özbek) – Terodde (81. Stuff), Nemec – Trainer Uwe Neuhaus

Tore: 0:1 Terodde (9.), 0:2 Nemec (49.), 1:2 Ramos (73.), 2:2 Ronny (86.)

Bericht: Stadtderby Berlin, Ausgabe vier. Spielort Olympiastadion, Berlin-Westend. Nachdem ich den historischen Hintergrund des Nürnberger Stadions in der vergangenen Woche schon sehr spannend fand, werde ich diese Herangehensweise mal auch hier an den Tag legen. Nach einer inzwischen im mittleren zweistelligen Bereich liegenden Anzahl an Spielen, die ich bisher im „Oly“ sah, durchaus mal angebracht.

Anders als in Nürnberg wurde das Olympiastadion in Berlin tatsächlich von den Nationalsozialisten erbaut und anlässlich der Olympischen Sommerspiele 1936 eingeweiht. Aus dem Marathontor blickt man auf den Glockenturm des Maifelds, einem etwa 11 Fußballfelder großen Platz, welcher hauptsächlich für propagandistische Massenveranstaltungen genutzt wurde.

Hertha BSC, 1892 als BFC Hertha 1892 gegründet, spielte zu jener Zeit noch im Stadion Gesundbrunnen, der so genannten „Plumpe“. 1963, Hertha war Gründungsmitglied der Bundesliga, musste die alte Dame ins Olympiastadion umziehen, da die „Plumpe“ nicht den Bundesligarichtlinien entsprach und seitdem hat der BSC dort sein Zuhause gefunden.

Mich hatte das ursprünglich mal für 110.000 Zuschauer ausgelegte Stadion 1995 zum ersten Mal zu Gast. Deutschland siegte in der EM-Quali gegen Bulgarien nach 0:1-Rückstand durch den legendären Hristo Stoichkov noch 3:1 durch Tore von „Icke“ Häßler und einem Doppelpack von Jürgen Klinsmann. Lang ist’s her…

Zu jener Zeit dümpelten übrigens sowohl Hertha als auch Union in niederen Gefilden des deutschen Fußballs herum. Während sich Hertha vor 6.000 Menschen im weiten Rund mit Gegnern wie dem SV Meppen oder Fortuna Köln herumschlagen musste, spielte Union in der Regionalliga und litt unter drohender Insolvenz.

Heute sieht das alles anders aus. Wobei, Hertha spielt 18 Jahre später auch zweite Bundesliga, wenn auch um den Aufstieg mit, doch finanzielle Probleme sind doch inzwischen eher in Charlottenburg als in Köpenick zu finden. Die Unioner rappelten sich die letzten Jahre aber mal so richtig auf, angefangen mit der zum Teil von Fans durchgeführten Sanierung der Alten Försterei bis hin zur finanziellen Konsolidierung, einhergehend mit sportlichem Aufstieg und steigenden Zuschauerzahlen.

Der noch vor ein paar Jahren meilenweite sportliche Abstand ist dahingeschmolzen, derzeit trennen die beiden Hauptstadtklubs genau zwei Tabellenplätze und somit stand das Derby ganz im Zeichen eines Zweitligaspitzenspiels zwischen dem Tabellenzweiten und -vierten. Zum Einlaufen zeigte die Ostkurve eine beeindruckende Choreographie, während der Gästeanhang seine Spieler mit einer netten Pyroeinlage ins Spiel schickte. Die schien ordentlich Wirkung zu zeigen, schon früh ging der FCU in Führung, konnte diese in die Halbzeit retten und kurz nach Wiederbeginn gar auf 2:0 erhöhen. Letztendlich reichte die Kraft der kämpfenden Gäste jedoch nicht und Hertha kam durch zwei sehenswerte Tore, beide aber bezeichnenderweise durch Standardsituationen, zum Ausgleich. Unterm Strich ein verdientes Unentschieden.

Das Duell auf den Rängen hat dagegen Rot-Weiß gewonnen. Zu oft mussten sich die Blau-Weißen machtlos mit ansehen, wie der Gästepöbel seinen fast 20.000 Mann starken Haufen komplett zum Mitmachen und Mitsingen bewegen konnte, während in der Ostkurve schätzungsweise sechs- bis achttausend Leute den Stimmungskern bildeten. Trotzdem kann man den Ostkurven-Auftritt, insbesondere in Halbzeit eins, durchaus als gelungen betrachten.

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